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LadeFaktor
Technik erklärt · 291 Fahrzeuge

Laden im Winter: Warum Kälte die Ladezeit verdoppelt

Eine kalte Batterie nimmt nur einen Bruchteil ihrer Ladeleistung an. Wer das weiß, kann gegensteuern: mit Vorkonditionierung, mit dem richtigen Zeitpunkt und mit realistischen Erwartungen an die Reichweite.

Fahrzeuge
291mit DC-Referenzwert
Referenzwert gilt bei
20 – 40 °CZelltemperatur, nicht Außentemperatur
Mit LFP-Batterie
46reagieren stärker auf Kälte
Vorkonditionierung belegt
1laut Herstellerangabe im Bestand
Worum es geht

Lithium-Ionen-Zellen laden am besten zwischen etwa 20 und 40 °C. Darunter steigt der Innenwiderstand, und die Lithium-Ionen lagern sich beim schnellen Laden nicht mehr sauber in die Anode ein, sondern scheiden sich als metallisches Lithium ab. Dieses Lithium-Plating schädigt die Zelle dauerhaft. Das Batteriemanagement verhindert es, indem es bei kalten Zellen den Ladestrom drastisch begrenzt. Bei 0 °C Zelltemperatur nimmt ein Fahrzeug, das warm 200 kW schafft, oft nur 40 bis 70 kW an.

Die Zelltemperatur ist dabei nicht die Außentemperatur. Eine Batterie, die über Nacht bei minus fünf Grad stand, ist auch nach einer halben Stunde Fahrt noch kalt: Das Fahren selbst wärmt sie kaum, und das Kühlsystem hält sie eher kühl als warm. Ohne aktive Heizung kommt sie erst nach längerer Autobahnfahrt oder durch das Laden selbst auf Temperatur.

Die Hersteller-Ladezeiten auf dieser Seite gelten für eine Batterie auf Betriebstemperatur. Im Winter ohne Vorkonditionierung kann sich die Zeit von 10 auf 80 % gegenüber dem Referenzwert verdoppeln.

Passender RechnerLaden bis zur AbfahrtWas morgens im Akku ist, wenn das Fahrzeug über Nacht an der Wallbox hängt. Im Winter ein Viertel abziehen.
Im Detail

Laden im Winter: Warum Kälte die Ladezeit verdoppelt

Vorkonditionierung: die Batterie auf den Ladestopp vorbereiten

Viele neuere Fahrzeuge heizen die Batterie aktiv, wenn im Navigationssystem eine Schnellladesäule als Ziel eingetragen ist. Die Heizung beginnt typischerweise 15 bis 30 Minuten vor der Ankunft und kostet je nach Außentemperatur ein bis drei Kilowattstunden. Das ist gut investiert: Die eingesparte Ladezeit ist die Energie mehrfach wert. Bei manchen Modellen lässt sich die Vorkonditionierung auch manuell starten, bei anderen nur über die Routenplanung, bei wieder anderen gar nicht.

Ob ein Fahrzeug die Batterie vorkonditionieren kann, ist eine Herstellerangabe, die auf der Fahrzeugseite steht, sofern sie dokumentiert ist. Für die meisten Fahrzeuge im Bestand fehlt diese Angabe bislang; das heißt nicht, dass sie es nicht können.

An der Wallbox: weniger Einfluss, aber nicht keiner

Wechselstrom mit 11 kW ist für die Batterie ein kleiner Strom. Die Drosselung bei Kälte fällt hier viel schwächer aus als am Schnelllader; meist lädt das Fahrzeug an der Wallbox auch im Winter mit voller AC-Leistung. Was sich ändert, sind die Verluste: Das Fahrzeug heizt die Batterie beim Laden, und diese Energie kommt aus dem Netz, nicht aus dem Akku. An sehr kalten Tagen kann ein Teil der Ladeleistung in die Batterieheizung fließen.

Der sinnvollste Wintertrick an der Wallbox ist die Abfahrtszeit: Wer das Fahrzeug so laden lässt, dass es kurz vor der Abfahrt fertig wird, startet mit einer warmen Batterie. Und wer den Innenraum am Kabel vorheizt, spart die Energie aus dem Akku, die sonst die Reichweite kostet.

Reichweite im Winter

Die WLTP-Reichweite gilt für 23 °C. Im Winter kommen drei Verluste zusammen: Die Heizung des Innenraums, bei Fahrzeugen ohne Wärmepumpe der größte Posten. Die Batterieheizung, die den Akku auf Temperatur hält. Und der höhere Rollwiderstand auf kalter, nasser Straße. Zusammen sind 20 bis 30 % weniger Reichweite normal, bei Kurzstrecken mit ständigem Aufheizen auch mehr. Fahrzeuge mit LFP-Batterie reagieren stärker auf Kälte als solche mit NMC-Zellen.

LadeFaktor weist keine Winterreichweiten aus, weil dafür keine belegbaren Herstellerwerte existieren. Der Rechner für die Ladung bis zur Abfahrt zeigt aber, was morgens im Akku ist; wer im Winter ein Viertel abzieht, liegt selten falsch.

Nachgefragt

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Schnellladen im Winter?

Ohne vorgewärmte Batterie oft doppelt so lange wie der Referenzwert. Die erfassten Fahrzeuge brauchen unter Idealbedingungen 12 min – 56 min von 10 auf 80 %; bei einer Zelltemperatur um den Gefrierpunkt sind es entsprechend mehr.

Was bringt die Batterie-Vorkonditionierung?

Sie heizt die Batterie vor dem Ladestopp auf Betriebstemperatur, meist automatisch, wenn eine Schnellladesäule als Navigationsziel eingetragen ist. Das kostet ein bis drei Kilowattstunden und spart am Schnelllader oft 10 bis 20 Minuten.

Lädt mein Elektroauto an der Wallbox im Winter langsamer?

Meist nicht spürbar. Bei 11 kW ist der Ladestrom so klein, dass das Batteriemanagement kaum drosseln muss. Es kommt aber mehr Energie aus dem Netz, weil das Fahrzeug die Batterie beim Laden heizt.

Wie viel Reichweite verliert ein Elektroauto im Winter?

Typisch 20 bis 30 % gegenüber dem WLTP-Wert, bei Kurzstrecken und ohne Wärmepumpe auch mehr. Der größte Posten ist die Innenraumheizung, gefolgt von der Batterieheizung.

Werkzeug

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Ladestand, Anschluss und Strompreis anpassen – gerechnet wird mit dem Limit deines Autos.

Ladefenster20%80%
%
%
Ladepunkt
Wechselstrom · AC
Gleichstrom · DC
Eigene

Der Standard fuer das Laden zu Hause

€/kWh

Der Strompreis ist ein frei aenderbarer Startwert und keine Aussage ueber aktuelle Markt- oder Durchschnittspreise.

Ladezeit · berechneter Schätzwert

2:17 h

2080 % · Wallbox 11 kW · Ø 11 kW

Genutzte Leistung11 kW von 11 kW
In den Akku
ca. 22,7 kWh
Netzbezug
ca. 25,2 kWh
Ladekosten
ca. 7,56 €
Reichweite
ca. +159 km
Je Ladestunde
ca. +69 km
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